Vier fantastische Flamen in Gent – Comic Report 2

Mein zweiter Comic Report von der Pressereise zu den Ehrengästen der Frankfurter Buchmesse beschreibt einen Nachmittag in Gent. Der war so inspirierend, dass es ein sehr längliches Bild geworden ist. Es lebe die Zoom-Funktion im Browser. Noch ein paar Links:  Randall Casaers Arbeiten  sind an demNachmittag etwas zu kurz gekommen – wir sollten uns eigentlich in seinem Atelier treffen, wo er uns seine wunderbaren Werke und Bücher hätte zeigen können  (Ich bin ein großer Fan seiner Arbeit und hatte mich sehr darauf gefreut) aber durch eine kleine logistische Unvorhergesehenheit trafen wir uns statt dessen in der Bibliothek. Aber zum Glück hat er eine wunderbare Webseite, auf der es eine Menge über seine extrem vielseitige Arbeit ( er ist nämlich auch Kabarettregisseur und Fernsehzeichner) zu sehen gibt. Ingrid Godon     Benjamin Leroy    Mattias de Leeuw  ... mehr lesen

Brecht Vandenbroucke im Bries Space – Comic-Bericht 1

Manche von euch haben es auf twitter und facebook schon mitgekriegt: Letzte Woche war ich auf einer Pressereise zu den Ehrengästen der Frankfurter Buchmesse 2016: Flandern und die Niederlande. Die Reise war toll, in beiden Ländern gab es viele spannende Begegnungen und ich will hier im Blog einige davon vorstellen. Und zwar in Comic-Form. Hier kommt der erste Bericht aus Flandern  über einen Nachmittag in Antwerpen, an dem wir Brecht Vandenbroucke getroffen haben, der uns über seine White Cube-Arbeiten erzählt hat. Und zwar in der Bries Space, dem fast schon legendären Ausstellung- und Verkaufsraum von Ria Schulpen (Verlegerin des wunderbaren Comicverlags Bries). Und hier zwei Bilder aus White Cube:     White Cube ist in Deutschland im Avant Verlag erschienen und kostet 19,95.  ISBN: 978-3-939080-86-2  ... mehr lesen

„Hurra! Ich bin kein Engel – vom Abenteuer Menschsein“ von Birgit Medele

Vorab eine Warnung: Dies ist ein abenteuerliches Buch, in jeder Hinsicht und der Titel ist Programm. Wer rechte Winkel und Altbekanntes sucht, der wird in Birgit Medeles neuem Buch nicht fündig werden. Hier geht es um das „Abenteuer Menschsein“ und um das einzufangen, braucht man Mut – als Autorin und als LeserIn. Als ich das Buch zum ersten mal  aufschlug, war ich im Sachbuch-Modus. Damit kam ich nicht weit. Also das Buch zugemacht, die rechte Hirnhälfte angeschaltet und mein Ich geweckt. Und voila: So macht das Buch Spaß. Es ist ein Buch, das mit den Lesern in Dialog tritt, hier kann ich nicht ZuschauerIn bleiben, sondern muss mich auf die Reise einlassen. Und eine Reise ist es. Ein Bericht übers Auswandern, über Ankommen in London. Ein Bericht über die Liebe in vielerlei Hinsicht. Ein Bericht über die Suche nach der eigenen inneren Aufgabe. Und zugleich ein Handbuch für angehende Revolutionäre, denn immer wieder finden sich Vorschläge für eine innere Revolution, für den Ausbruch aus inneren Gefängnissen und den Aufbruch in freiere Zeiten. Als Leserin hat mich die Reise sehr berührt, vielleicht  auch deshalbt, weil ich auch zwischen zwei Ländern und zwei Sprachen lebe und die Highs und Lows des Auswandern kenne. Immer wieder schmuggelt sich die englische  Sprache ins Deutsche in, aber ein eingebautes Wörterbuch im Anhang liefert die Übersetzung mit. Als Verlegerin wurde ich beim Lesen immer mal wieder kräftig neidisch auf die edition Lichtland. Dieses Buch mit seiner kreativen Zeichensetzung, seiner revolutionären Ader, seinem Mut persönlich zu werden, wäre auch ein feines Zacken-Buch geworden! Bestellen, am besten beim Verlag selbst: Birgit Medele: „Hurra! Ich bin kein Engel... mehr lesen

Ode 9: An die kreativen Träume. Nein: ans Sein!

Eigentlich sollte meine neunte Ode von Träumen handeln. Von kreativen Träumen, denn ich bin davon ausgegangen, dass Kreative andere Träume haben als andere Menschen und das ist auch sicher so. Aber ich will nicht mehr über Träume reden. Denn wir reden von »Träumen«, weil wir uns nicht trauen, es »Möglichkeiten« zu nennen. Wir »träumen«, aber in Wirklichkeit spüren wir ja in uns schon, dass unser Traum wahr werden könnte. Wir spüren, dass da etwas raus will, lebendig sein will. Und anstatt es zu tun, nennen wir es einen „Traum“, etwas, das weit weg ist, irgendwo oben im All. Zu weit weg, als dass wir es erreichen könnten. Vieles formulieren wir auch deshalb als „Träume“, weil andere erschrecken, wenn wir solche Gedanken äußern. Darum „träumen“ wir weiter, beängstigen weder uns noch andere. Und vergessen dabei, dass wir es tun können. Dass wir gleich loslegen können, nicht länger auf etwas warten müssen, sondern heute – hier und jetzt – anfangen können. Sicher, das, wo wir uns hin träumen, erreichen wir nicht heute. Ein großer Autor werden, erfolgreich sein, viel Geld verdienen, Preise gewinnen, das kommt nicht von einem Tag auf den anderen und ist auch keinesfalls garantiert. Aber die MalerIn, die AutorIn, die UnternehmerIn, die haben wir schon in uns. Wir sind genau diese Person jetzt schon. „In jedem von uns steckt eine Kreative, wir müssen sie nur rauslassen“. Was diese Person am Werden hindert, ist nicht, dass der Traum unmöglich wäre oder zu groß. Und auch nicht, dass uns Fähigkeiten oder Zeit fehlten. Uns hindert nur eins: Dass wir darauf warten, dass man uns eine Rolle zuteilt, statt uns die... mehr lesen

Selbstbewusster werden mit Karlsson vom Dach

Ich habe mich ja schon in der Frage der Woche , in der kreativen Einladung und in einem pardoxen Vlog mit dem Thema Selbstbewusstsein beschäftigt. Aber mir ist in den letzten Monaten zu dem Thema so viel klar geworden, dass ich hier noch etwas weiter ausholen will. Selbstbewusstsein hat etwas Magisches. Wer es hat, scheint es einfach so bekommen zu haben, ohne Ausbildung oder Prozedur, als hätte das Universum sich entschieden, nur jedem dritten Menschen ein Päckchen von dieser Wundergabe mitzugeben. Und wer nichts oder wenig davon abbekommen hat, der schaut mit Bewunderung auf jene, die ohne Zweifel durchs Leben gehen. Die sich trauen. Die genau das tun, was sie sich wünschen. Genau die sind, die sie sein wollen. Weil Selbstbewusstsein nicht in Flaschen angeboten wird, versuchen viele dann zumindest den Ersatz zu kaufen: selbstsicheres Auftreten.  „Selbstsicheres Auftreten durch Augenkontakt“, „Körperhaltung verbessern für ein selbstsicheres Auftreten“. Natürlich sind diese Fake-it-till-you-make-it-Tricks nicht schlecht, aber ob man dadurch wirklich selbstbewusster wird? Ich denke nicht. Denn Selbstbewusstsein hat nichts mit selbstsicherem Auftreten zu tun. Im Gegenteil, ich glaube, dass wir erst dann wirklich selbstbewusst werden, wenn wir uns genau davon verabschieden: aufzutreten. Ich glaube, es gibt nur eine Sache, die uns davon abhält, genau das zu tun, was wir uns wünschen und genau die zu sein, die wir sein wollen: Wir mögen uns nicht wirklich. Und deshalb versuchen wir eine Andere zu werden, eine bessere Version unserer selbst. Die ein bisschen weniger von diesem hat und ein bisschen mehr von jenem. Denn den meisten von uns gefällt nur einen Teil unserer Persönlichkeit. Das ist auch kein Wunder – wir sind mit der... mehr lesen

Das Moodboard – kreative Einladung

Auf ins kreative Wochenende! Die Einladung für ein kreatives Wochenende kommt dieses mal als Video daher, es geht ums Moodboard.   Pinnwand oder Moodboard? Hier noch ein Foto von meiner alten Riesenpinnwand – sie war „Stimmungs-Brett“ für viele Projekte gleichzeitig. Einerseits schön, um den Überblick über das Gesamte zu behalten. Andererseits hat so ein kleineres Moodboard, wie ich es im Video vorstelle, eine andere Intensität, weil ich es jeden Tag neu gestalten kann.   Material-Tipps Ganz besonders tolle Bilder finde ich übrigens in uralten National Geographic Magazinen. Schau dich mal auf Flohmärkten danach um. Früher hatte die Zeitschrift noch ein mattes Papier mit charmantmatten Farben. Es lässt sich sehr gut für Collagen nutzen und ist hatptisch interessanter als die neuen Hochglanz-Blätter. Papierschnipsel von Aquarellpapier oder Tonpapier zum Beispiel, hebe ich auf, um darauf meine Slogans oder Fragen zu... mehr lesen

Neue Woche, neue Frage:

      Spielen darf man auch in den Kalender eintragen – ich bin nur nie darauf gekommen. Aber seit einiger Zeit nutze ich eine App, die mir hilft, meinen inneren Plänen treu zu bleiben. Für diese Woche habe ich mir zwei mal am Tag Zeit zum Spielen eingeräumt – einmal morgens bevor ich mit der Arbeit anfange, 10 Minuten. Und dann um 15 Uhr, das ist der Tiefpunkt in meinem Biorhythmus eine Viertelstunde „Draußen spielen“. Statt Spazierengehen werde ich da vielleicht auf Mauern laufen oder Hinkelspiele machen. Das mir das nicht früher eingefallen ist! Ich freu mich schon. Spannende Links zum Thema Spielen: The serious side of play: http://www.creativityatwork.com/2009/04/14/newsletter-the-serious-side-of-play/ Tim Brown’s Ted Talk https://www.ted.com/talks/tim_brown_on_creativity_and_play#t-9524... mehr lesen

Zeitung trifft Bauch

Kreative Einladung Ich liebe es, Bücher oder die Zeitung zu übermalen. Für mich ist das eine der effektivsten Kreativitätstechniken und Befreiungstools. Vor allem, wenn der Untergrund hässlich ist. Prima funktionieren auch Reklameflyer oder Müslischachteln. Denn wenn ich auf hässlichem Untergrund male, habe ich keine Angst: Alles, was ich  mache, kann nur besser sei, als der Status Quo. Außerdem nehme ich mir vor, die Seite anschließend wegzuwerfen. Einerseits, wei ich beim besten Willen nicht all mein Gekritzel aufheben kann. Vor allem aber, weil ich so verhindere, dass sich beim Kritzeln plötzlich Ansprüche entwickeln. Wenn beim Kritzeln nämlich etwas entsteht, das mir gefällt, bekomme ich nämlich oft Angst, dieses Schöne zu zerstören. Wenn ich weiß, dass das, was ich mache, am Ende doch im Mülleimer landet, verschwindet diese Angst.  (Wie wichtig es sein kann, ohne Ziel und ohne ästhetische Ansprüche zu arbeiten, habe ich in meiner Ode an den kreativen Kuhfladen beschrieben. ) Und mir fällt gerade ein, dass Eric Maisel hierzu auch Wunderbares geschrieben hat, das muss ich demnächst mal rauskramen. Aber zurück zur Zeitung: Noch ein Grund, warum ich gerne auf Zeitung oder Flyern male ist,  dass die Worte und Bilder auf dem Untergrund mein Unterbewusstsein zu Assoziationen verlocken. Wenn ich anfange, denke ich oft, eine besonders langweilige Zeitungsseite erwischt zu haben (dieses mal sogar eine besonders gruselige, denn unten stand, wie ich erst beim Arbeiten entdeckte, ein Artikel über die NSU). Aber wenn ich dann loslege, tauchen auf einer scheinbar uninteressanten Seite dann oft ganz wunderbare Worte auf. Vielleicht hatte mein Unterbewusstes sie schon beim Auswählen der Seite entdeckt? Und deshalb bei dieser Seite laut „Hier“ gerufen, weil... mehr lesen

Ode 8: An die kreativen Weggefährten

Wie wichtig kreative Weggefährten für mich und meine Arbeit sind, begriff ich durch die ein paar sehr spannende Bloggerinnen, die mich in den letzten Monaten interviewt haben.  Daher ein herzliches Danke an: Susanne Ackstaller (die mir Fragen über Mode und Schönheit stellte), Ulrike Zecher (die mich mit ihren Blaumacherfragen zu neuen Gedanken über Prokrastination  inspririerte), Simone Harland  ( deren Fragen zu meiner Verlagsgründung den Anlass für meinen Text „Sieben gute Gründe für einen eigenen Verlag“ formten) und Christa Goede (deren kluge Fragen mir deutlich machten, wie sehr sich meine Auffassung von „Authentizität“ sich in den letzten Jahren doch verändert hat). Ohne Euch würde es diese Ode nicht geben. An meine kreativen GefährtInnen Ohne meine kreativen Weggefährten würde ich meinen Weg nicht mit der gleichen Kraft gehen.  Ob sie gleich hier um die Ecke wohnen, in Berlin oder Amsterdam oder am anderen Ende der Welt, das ist egal. Denn was uns verbindet, ist der kreative Prozess. Wir haben uns derselben Aufgabe verschrieben: Unsere kreative Arbeit zu machen, mit allem was dazugehört. Mit der Angst, dem Spaß, der kurvigen Biografie, den Glücksmomenten, dem manchmal lange ausbleibenden Erfolg, dem Unverständnis der Umgebung, der Inspiration, der Fragen, den Zweifeln und der Ungewissheit, wo unser Weg uns hinführen wird. So unterschiedlich unsere Arbeiten sind, wir teilen dieselben Werte. Weil wir die kreative Arbeit wichtiger finden, als Geld, als Karriere, als Status. Kreative Weggefährten sind für meine Arbeit wichtiger als Pinsel und Tusche, Verkäufe oder Auszeichnungen. Sie sind gleichzeitig Voraussetzung und Gewinn meiner Arbeit. Was sie für mich und meine Arbeit tun ist unersetzlich und sie tun es auf fünf wichtige Weisen: 1. Kreative GefährtInnen... mehr lesen