Merkmale von Hochbegabung 10: Komplexität

Oft kommen mir die besten Ideen  im Halbschlaf, kurz bevor der Wecker geht.
Der Halbschlaf ist ein wunderbarer Ort, an dem die komplexesten Gedankengänge sich plötzlich als ganz einfach darstellen. An dem enorme Netze von Zusammenhängen, Widersprüchen oder Anmerkungen sich ohne jede Mühe erfassen und begreifen lassen. Vor ein paar Tagen sah ich da so dämmernd wunderbare Zeichnungen vor mir. auf denen die Komplexität einer Hochbegabten bildlich dargestellt war. So ungefähr war darauf eine Frau zu sehen, die gleichzeitig ihren Kopf schüttelte, eine Unmenge an Gedanken hin-und herwälzte, mit ihren diversen Armen malte, schrieb und telefonierte und dabei auch noch ihre Beine auf sehr komplizierte Weise verknotete.

Doch als ich dann an meinem Schreibtisch saß wollten die Bilder sich nicht aufs Papier begeben. Die Bilder, die ich gerade noch so deutlich vor mir sah erwiesen sich als Fata Morgana. Sobald ich sie anfassen wollte, lösten sie sich ins Nichts auf.
Das hat wohl mit der Gleichzeitigkeit der Halbschlaf-Welt zu tun. Im Dämmerzustand kann ich verschiedene Bilder und gegensätzliche Konzepte gleichzeitig nebeneinanderher und inneinander schweben lassen. Zeichnen kann ich aber immer nur ein Bild gleichzeitig. Im Wachzustand stoße ich manchmal auf das erstaunliche Phänomen, dass mir meine eigenen Gedanken zu komplex sind. Dann fühle ich einen Moment lang die Verzweiflung, die Andere wohl oft erleben, wenn sie versuchen sich in meiner Gedankenwelt zurechtzufinden…

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3 Antworten auf “Merkmale von Hochbegabung 10: Komplexität”

  1. Hey Nathalie…
    Habe gerade überlegt, über welches Medium sich jene Gleichzeitigkeit am besten einfangen lassen würde…Aber deine Comiczeichnungen passen wahrscheinlich schon ziemlich gut…Spontan ist mir sonst nur noch eingefallen,die Bilder von der Frau mit verschiedenfarbigen Stiften auf sehr dünnes, fast transparentes Papier zu zeichnen. Also auf jedes Blatt quasi eine Handlung…Dann könnte man alle übereinanderlegen…Oder sich immer nur auf ein "Sinnesorgan" zu konzentrieren..z.B Augen…(Sie träumt,liest,analysiert..)

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  2. achja___habe ein ähnliches Phänomen heute auch gespürt…Musste einen Vortrag über Robert Musil halten und habe mich in meinem riesigen Gedankenknäuel verfangen…;_;

    hoffe du hast nicht das Gefühl, dass ich deinen Blog hier zuspamme…

    Bonne Nuit

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  3. Liebe Paula,
    ich freue mich sehr über deine spannenden Kommentare! Das mit dem Transparentpapier ist eine tolle Idee – mir kommen da gleich lauter ziemlich verrückte Bilder vor die Augen. Vor allem in Kombination mit einem Vortrag über Musil ist die Sache garantiert "vielschichtig!".
    Einen schönen Tag wünscht dir
    Nathalie

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