Ode 4: An den kreativen Kuhfladen – Wie Kinder malen

Künstlerin malt Kuhfladen
Verzeiht mir, ihr erwachsenen Kreativen, die ihr diese Ode lest, wenn ich mit einem kleinen Schwenker in das Leben der Zweijährigen anfange. Es ergibt sich aber, dass wir von diesen Knirpsen etwas lernen können, das den meisten von uns abhanden gekommen ist. Und ja, es hat mit Kuhfladen zu tun und das ist so:

In unserer auf Produktivität gerichteten Welt wird Kindern schon früh gelehrt, ihre Kreativität in Produkten zu messen. Wie das passiert, begriff ich als ich nach der Schule ein paar Jahre in einem Kinderladen arbeitete. Mir fiel auf, wie schwer es den Eltern der Kinder fiel, den kreativen Prozess ihrer Kinder wirklich wertzuschätzen. Was sehr verständlich ist, da dieser Prozess, vor allem bei den Kleinkindern, nur im Entferntesten Ähnlichkeit mit dem hat, was wir uns unter „Kunst“ vorstellen, sondern viel mehr einer systematischen Kuhfladen-Produktion gleicht. Wenn zweijährige Kinder malen sieht ihr kreativer Prozess ungefähr so aus:

  • Mit dem Pinsel einen Krickel mitten aufs Blatt malen, vielleicht auch zwei. Wenn Farbkasten, Pinsel und Wasser zufällig sauber waren, zeigen diese Krickel klare Farben.
  • Wild darüber kritzeln. Oft verändert sich jetzt die Handhaltung, der Pinsel wird unten am Stiel festgehalten, und die Handbewegung wird schneller. Das Zwischenresultat kann in seltenen Fällen jetzt noch aussehen wie ein buntes Feuer oder ein Feuerwerk. Häufiger jedoch sind Brauntöne schon vorherrschend.
  • Die Farbe mit den Händen verschmieren, bis das ganze Blatt die Farbe eines Kuhfladens hat. Oft wird in dieser Phase der Inhalt des Wasserglases umgekippt, wodurch sich die Farbe noch gleichmäßiger über das Blatt verteilen lässt und das Papier aufweicht und man reibungslos zur nächsten Phase übergehen kann:
  • Das Blatt zerknüllen und wie ein Wodkaglas nach hinten werfen. Ab diesem Zeitpunkt ist das Blatt (sprich: Produkt) der Malaktion völlig aus der Wahrnehmung des Kindes verschwunden. Das Kind wendet sich einem neuen Blatt zu und wiederholt den Prozess, meist in beschleunigter Version (Krickel, kritzel, schmier, Wodka) oder es hat genug vom Malen und sucht sich eine andere Beschäftigung.

Künstlerin versucht wild zu schmieren

So weit so gut. Aber nicht für die Eltern der Kinder. Denn die möchten das Gefühl haben, dass wenn ihre Kinder den Tag schon ohne ihre Eltern verbringen müssen, sie dann wenigstens optimal gefördert werden. Förderung der Kreativität steht dabei hoch im Kurs. Weil aber die Eltern gelernt haben, Kreativität an ihren Produkten zu messen, wollen sie Produkte sehen. Und sind sie nicht begeistert, wenn die Kinder als Resultat ihres Kitatages nur ein paar nasse Papierknülle vorweisen können. Auch einheitlich braune Blätter enttäuschen.
Um die Eltern zu beruhigen, haben wir den Kinder regelmäßig ein paar Bilder entrissen, als sie sich noch in Phase eins oder zwei (Krickel oder buntes Feuerwerk) befanden. Wenn die Eltern diese am Ende eines langen Arbeitstages glücklich in Empfang nahmen und ihre Kinder darauf ansprachen („Das ist aber ein schönes Bild“ oder „Was hast du gemalt?“), sahen die Kinder sie oft vollkommen entgeistert an. Das durchschnittliche Zweijährige hat nämlich das Produkt seines kreativen Prozesses oder die Zwischenphasen gar nicht wahrgenommen. Ihm ging es um die Erfahrung. Das Produkt hat es schon vergessen, sobald es sich der nächsten Faszination hingegeben hat. Ich vermute, dass kleine Kinder beim Malen kaum mit dem beschäftigt sind, was auf dem Papier erscheint, sondern mit einem innerlichen Prozess. Manchmal erzählen sie sich eine Geschichte, manchmal ist es die sinnliche Erfahrung – das Kratzen des Pinsels, wie weich es sich anfühlt, mit der Hand über die nasse Farbe zu gehen – der sie nachspüren, von der sie sich überraschen und mittragen lassen.

Warum erzähle ich das alles in einer Ode, in der es doch um die Kreativität Erwachsener geht? Weil unsere Kreativität nicht so viel anders ist: Was Kinder und Erwachsene brauchen, um kreativ zu werden und zu bleiben, ist die Gelegenheit, ihrer Faszination zu folgen. Das zu untersuchen, was sie reizt. Auszuprobieren, was passiert, wenn man Farben mischt – ohne eine Wertigkeit. Kuhfladen zu produzieren, wenn das gerade in uns steckt. Zu matschen und zu zerknüllen. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Unsinn zu schreiben, mit den Worten auf dem Papier zu matschen bis alles die Farbe von Kuhfladen hat oder riecht wie frisch ausgefahrener Mist. Blätter vollzukritzeln und das Wasserglas über unseren Roman zu kippen und zu schauen was passiert. Um ihn dann – ohne Umschauen oder Reue – wie ein Wodkaglas nach hinten zu werfen und uns neuen Faszinationen hinzugeben.
Künstlerin betrachtet Spinne
Mit nichts blockieren wir unsere Kreativität mehr, als mit dem Nachdruck auf Produktion, und zwar vor allem auf die Produktion von Schönheit. Oder Ästhetik, wie wir Erwachsenen sagen. Meinen tun wir aber: „Mach bloß keine Kuhfladen“. Mach nichts, das peinlich oder schmutzig, schlecht gemischt oder grob gekritzelt ist.

„Was für ein schönes Bild“ sagen Eltern zu ihren Kindern, wenn diese ihr rotes Feuerwerk zeigen, das eine umsichtige Erzieherin dem Kritzel-Knüllprozess entrissen hat. Und kennen doch nicht die Geschichte, die das Kind auf dem Papier gelebt hat. Das Kind aber sieht das Leuchten in den Augen seiner Eltern, hört das Wort „schön“ und merkt sich: Mach Dinge, bei denen die Augen deiner Eltern / deiner Rezensenten aufleuchten.

„Kind du malst toll, du wirst bestimmt mal ein berühmter Maler“ „Du hast das Zeug zum Schriftsteller“. Und schon ist frei arbeiten nicht mehr drin. Was auch immer wir machen, untersuchen wir jetzt: Hab ich das Zeug zum Schriftsteller? Zur berühmten Malerin? Nein, gewiss nicht, denn was ich mache, sieht immer nur aus wie Kuhfladen. Ich bin eine Betrügerin, ich kann nicht wahrmachen, was ihr in mir vermutet.
Mutter betrachtet ein Bild, das ihr Kind gemalt hat
„Och, jetzt hast du das schöne Bild kaputt gemacht!“, sagen die Eltern, wenn sie das zerknüllte Blatt sehen. Aha, merkt sich das Kind – es gibt schön und nicht schön. Und am Ende muss schön sein. Ab einem bestimmten Alter produzieren Kinder – vor allem Mädchen – endlose Reihen desselben Bildes: Haus, Baum, Mädchen. Heile Welt. Schön. Die Eltern beruhigt es. Die Kinder auch: Sie wissen, sie machen es richtig.In dem grässlichen Nachdruck aufs Produzieren, steckt immer der Gedanke: Kann ich hier irgendwie Geld rausschlagen? Erfolg, Ruhm, Anerkennung? Jetzt geht es nicht mehr um die Kreativität, sondern um das, was sie uns bringen kann.

Vielleicht ist in unserer auf Produktion gerichteten Welt, in der alles zum Produkt wird, von der Erziehung über die Altenpflege bis zur Kunst – Kreativität deshalb so zum Ideal geworden, weil sie sich in ihrem Wesen um Produktion nicht schert. Weil sie darüber erhaben ist: Denn Kreativität ist sich selbst genug. Ich wiederhole: Kreativität ist sich selbst genug.
Die größte Befriedigung erfahren Kreative, weil sie die Arbeit gemacht haben, die ihre innere Welt zum Ausdruck bringt, ihre Frage beantwortet. Diese Arbeit zu verkaufen kann Bestätigung bieten und vor allem unser Überleben gewährleisten. Erfüllung bringt aber nicht das Geld, sondern der vollendete kreative Prozess, der Flow, das Gefühl authentisch der eigenen Berufung zu folgen.

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Was für Weisheiten zum Thema Kreativität hast du in deiner Jugend gelernt? Durftest du Krakel-Kritzel-Schmier-Wodka machen, oder hast du früh gelernt, deine Kreativität zu zügeln?

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Kreativ ist … die Wäsche heute ungebügelt.

Ich habe gemerkt, dass meine Vorstellungen über “kreativ” mich ganz schön hindern können. All die kreativen Äußerungen von anderen – die mir gefallen, die mich begeistern – lassen sich in mir als Bilder nieder: “Das ist kreativ!”. Nur immer wieder vergesse ich dabei, dass das nicht stimmt. Was kreativ ist nach Art von Monsieur Mac oder Goldberg oder Lene braucht für mich nicht zu gelten. Was ist kreativ à la Nathalie?

Kreativ ist auf dem Boden arbeitenWas ich auch vergesse, obwohl ich es sehr wohl weiß, ist: Kreativ ist das Wort für den Prozess. Es sagt nichts über den Output. Es verrät mir nicht, ob ich am Ende meiner Arbeit ein Buch in Händen halten werde oder einen Rap. Noch weniger verrät es mir welches Genre das Buch (wenn es dann ein Buch wird) haben wird oder ob das Buch für 6jährige Kinder, 12jährige Mangafans oder 48jährige Autorinnen aus Ostholstein gedacht ist. Das ist ja eigentlich auch klar – wenn ich am Anfang schon wüsste, was hinten raus kommt, dann wär da nicht mehr viel Raum für jenen berühmten kreativen Prozess, der aus Spaß, Abenteuer, flow und Verzweiflung besteht und nach dem (weil er so unheimlich glücksbringend ist) viele von uns sich verlangen.

Tun wir das?
Das frage ich mich.
Die Anzahl der Blogs, Pins, Bücher und tweets zum Thema Kreativität lässt vermuten, dass ganz viele Menschen auf der Suche nach einem kreativen Leben sind. Aber ist das so – oder wollen sie nur Kreative sein. Jener Zustand haben, den man nach Jahren kreativer Arbeit dadurch erreicht, dass man eine Menge kreativer Arbeit geleistet hat. Bei der das eine oder andere Produkt herausgekommen ist.

Danach verlangen, eine berühmte Autorin oder gefeierte Illustratorin zu sein ist zwar menschlich, hat aber nichts mit kreativer Arbeit zu tun. Kreativ sein, bedeutet den eigenen Fragen zu folgen, sich konsquent mit eigenen Bildern und Themen auseinanderzusetzen um so zu einer eigenen Ausdrucksform zu kommen. Dem Prozess vertrauen – der (ich wiederhole:) aus Spaß, Abenteuer, flow und Verzweiflung besteht. Und auf sich selbst zu warten. Denn das Einzige, was für Kreativität absolut unverzichtbar ist, ist Zeit. Wenn du dir und deinen Themen keine Zeit schenkst, kannst du sie nicht ausdrücken, und wird das, was du machst, vielleicht kreativ aussehen, aber nicht wirklich lebendig sein.

Nimm dir Zeit. Lass die Wäsche heute ungebügelt, den Boden ungefegt, den Staub unbehelligt, das Smartphone unbenutzt und hör dir zu.

Wenn du dir selbst lange genug zuhörst, wirst du eines Tages ganz von selbst von dir hören lassen. Darauf freue ich mich schon.

Wie ein Buchkonzept entsteht – mit Notizbuch und Scrivener

buchkonzept1Meist kommt mir die Idee für ein neues Projekt nicht, wenn ich am Schreibtisch sitze und schon gar nicht, wenn ich mir vornehme, ein Buchkonzept zu schreiben. Ein solcher Geistesblitz überfällt mich eher, wenn ich am Küchentisch träume, im Zug sitze oder durch ein Städtchen schlender. Darum will ich eigentlich immer was zum Schreiben in der Handtasche haben – vergesse das aber leider meistens. Meine Ur-Ideen landen daher oft erst auf Einkaufszetteln, Visitenkarten, Flyern oder Briefumschlägen (Stifte kann man sich in Cafés oder Läden leihen). Sobald ich Ruhe habe, setze ich mit einem meiner unendlich vielen Notizbücher aufs Sofa und lasse meine Gedanken strömen. Bei dieser ersten Brainstorm-Session entsteht meistens schon das Grundgerüst für das Buch.Mein inneres Buchkonzept ist schon da, auch wenn ich das in dem Moment noch gar nicht merke -Ich habe das Gefühl, wahllos Ideen runterzuschreiben. Aber wenn ich sie nachher sortiere, dann merke ich oft, wie viel ich schon habe und wie vollständig ich das Thema oder die Geschichte schon im Kopf habe.

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Trotzdem arbeite ich dann in der Regel nicht gleich weiter an dem Projekt. Das liegt daran, dass ich so viele Ideen habe, dass ich sie nicht alle sofort ausführen kann. Ich kann an zwei oder drei Büchern gleichzeitig arbeiten, nicht an 18. So viele Buchideen habe ich nämlich, die auf ihre Verwirklichung warten. Im Moment sind es aber nur “Loseblatt-Sammlungen” – Schubladen voll mit Notizzetteln, Skizzen und Notizbüchern – und auch mit einigen schon ausgearbeiteten Buchkonzepten.

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An der Pinnwand hängen Skizzen, die mich an meine vielen Ideen erinnern. Wenn ich nur die Schubladen hätte, würde ich vergessen, was da alles drin ist, ich brauche visuelle Erinnerungen. Das Foto habe ich schon vor einer Weile genommen – rechts hängt ein erster Entwurf für das Cover vom Erfinder-Kritzelbuch, das Endergebnis sieht doch deutlich anders aus.

Buchkonzept Scrivener Screenshot

Wann ich mit der Arbeit an einem Buch anfange, hängt von drei Dingen ab:
Erstens ob ein Verlag Interesse hat und wenn ja, bis wann das Buch fertig sein soll.
Zweitens wie hektisch mein Leben gerade ist – ich arbeite ja auch als (Comic)Zeichnerin und Grafikerin für Kunden und denen will ich meine Arbeiten natürlich pünktlich schicken.
Und dritttens schließlich davon, wie sehr mir das Buch unter den Nägeln brennt – Wenn ich vor Aufregung an nichts anderes mehr denken kann und die Ideen nur so sprudeln, dann zwinge ich mich nicht zu warten, sondern versuche mir Zeit zu schaffen, um wenigsten einen ersten Schub an Ideen schon mal aufs Papier zu bringen. Notfalls eben abends oder am Wochenende.

Wenn die Zeit also reif ist, dann lege ich ein neues Projekt in Scrivener an. Scrivener begleitet mich schon seit vielen Jahren und ist eins meiner wichtigsten Arbeitswerkzeuge. Hier habe ich drei der vielen Gründe beschrieben, warum ich Scrivener liebe.

Wie vom Buchkonzept ein verlagsreifes Exposé wird, das erzähle ich ein anderes mal.

Scrivener – drei gute Gründe das Programm zu lieben

Ablenkungsfrei schreiben im VollbildmodusIch arbeite jetzt schon seit so vielen Jahren mit Scrivener, dass ich mir meine Arbeit ohne dieses Wunderprogramm gar nicht mehr vorstellen kann. Es ist eins meiner wichtigsten Werkzeuge.

Mir gefällt an Scrivener vor allem, dass es sehr intuitiv zu bedienen ist. Man merkt, dass ein Autor das Programm entworfen hat und es ganz nach seinen Bedürfnissen gestaltet hat. Und scheinbar hat dieser Autor – Keith von literatureandlatte.com sehr ähnliche Bedürfnisse wie ich. Ich könnte hier stundenlang von Scrivener schwärmen aber statt dessen werde ich die drei Funktionen vorstellen, die mir am Wichtigsten sind.

1. Vollbildmodus

Das ist erstens das ablenkungsfreie SchreibenVollbildmodus. Dabei verschwindet alles aus dem Bild, außer dem leeren Blatt Papier. Dass es im Screenshot rosa ist, hab ich mir selbst ausgesucht, du kannst auch eine andere Farbe oder Breite wählen und dir auch aussuchen, ob du den Hintergrund gar nicht mehr sehen willst, oder ob er schwach durchschimmern soll.

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2. Pinnwand

Genau so wichtig ist die Pinnwand, an der Szenen oder Ideen hin- und hergeschoben werden können, bis die Reihenfolge stimmt. Die Arbeit an der Pinnwand ähnelt einer Mindmap – aber gleichzeitig entsteht schon die Struktur im Programm. Wer lieber ein richtiges Mindmaptool nutzt kann Scapple nutzen, das auch von literatureandlatte stammt und für die Zusammenarbeit mit Scrivener konzipiert ist.

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3. Der Scrivener Notizblock

Für eine wie mich, die immer an vielen Büchern gleichzeitig arbeitet, ist der Notizblock von Scrivener superpraktisch. Wenn mir – während ich am einen Buch arbeite – eine Idee für ein anderes Buch kommt, kann ich diese Idee nicht nur auf dem Notizblock notieren, sondern sie auch mit einem Klick in das andere Projekt schicken – obwohl ich das gar nicht geöffnet habe. Ich kann sogar genau angeben, in welche Szene oder welchen Ordner ich diese Idee schicken will. Wirklich genial! Diese Funktion spart mir eine Menge Zeit, in der ich sonst die anderen Projekte öffnen und schließen müsste. Ich nutze den Notizblock auch, wenn ich im Internet recherchiere. Da passiert es mir nur zu oft, dass ich – obwohl ich gerade nach Informationen über schwarze Löcher suche – Bilder oder Info finde, die ich für ein anderes Buch gebrauchen kann. Auch Bilder kann ich mit dem Notizblock zum passenden Buch schicken.

Ode drei: An die Kreative Arbeit. Oder: Adieu Regeln.

Autorin an Schreibtisch gekettetIch weiß nicht, ob es anderen auch so geht, oder ob ich einfach eine extrem verklemmte Person bin: Zu meinem großen Erstaunen stecke ich voller Regeln. Regeln, die mir zum Teil gar nicht bewusst waren, bis ich vor einem Jahr mit meinen Selbstversuchen anfing. Ich dachte bis dann, ich sei freier als andere, weil ich freier erzogen wurde. Schließlich bin ich mitten in der 68er-Szene aufgewachsen, in einen antiautoritären Kinderladen gegangen und hatte den eklektischsten Bücherschrank aller Zeiten (dazu mehr hier).
Ja, wir durften im Kinderladen auf die Wände malen und daheim hing die allermodernste Kunst an den Wänden. Aber durch die Hintertür haben sich in mir nicht viel andere Regeln eingenistet, als bei Freunden, die ganz traditionelle Erziehungen erlebt haben.

Was das für Regeln sind? Zum Beispiel diese:

(Klick die Regeln an, um Hintergrundinfos zu bekommen).

Iss nicht beim Zeichnen!
Ein Roman hat soundsoviele Seiten.
Du sollst keine Tintenflecken auf deine Zeichnungen machen.
Du sollst nicht über die Ränder malen.
Folge den Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung.
Du sollst kein neues Projekt anfangen, bevor du das andere nicht abgeschlossen hast.
Mache Sachen fertig.
Arbeit ist kein Spiel.
Veröffentliche bei einem seriösen Verlag.
Schmiere nicht.
Sei produktiv.

Einige dieser Regeln habe ich meiner Kunstlehrerin aus der Grundschule zu verdanken. Andere habe ich in der intellektuellen Umgebung meiner Kindheit aufgeschnappt. Und wieder andere sind durch Rezensionen, Schulbücher und Vorlesungen in meinem Hirn gelandet. Viele höre ich noch jetzt regelmäßig, auch von Freunden und oft wohlgemeint.
Aber – wohlgemeint oder nicht – diese Regeln sind enorm schädlich. Sie entstammen anderen Zusammenhängen, in denen sie durchaus ihre Berechtigung haben mögen. Aber in der Welt der Kreativität sind sie die Pest. Die Pest. DIE PEST!!!!!!!

Ich erzähl auch gleich warum.

Aber erst ein kurzer Zwischenruf:
(Wenn ich den Satz „Man muss die Regeln erst beherrschen, bevor man sie brechen kann“ noch einmal höre, dann kotze ich. Und zwar so gewaltig, dass Frankfurt von Bockenheim bis zur EZB unter einem Monte Scherbelino meiner Frustrationen begraben liegt. Ich habe diesen Satz übrigens vor allem von solchen Leuten gehört, die sich selbst noch keine großen kreativen Freiheiten gönnen. Ich vermute, er ist ein Mantra, mit dem sie das von sich fernhalten können, was ihnen am allermeisten Angst macht: ihre eigenen Möglichkeiten. Aber das hier soll eine Ode werden, daher genug geschimpft.)

Frankfurt liegt unter einem Berg an ausgespuckte Regeln begraben

Der neue Monte Scherbelino und im Hintergrund die sanften Hügel des Taunus.

Regeln haben in der Kreativität nichts zu suchen, weil jeder kreative Prozess einzigartig ist. Das und nur das ist doch Kreativität: Wir tun etwas, das noch niemand vor uns getan hat. Stellen uns Fragen, die noch nicht gestellt wurden. Arbeiten an Themen, die so noch nicht bearbeitet wurden. Experimentieren mit neuen Formen und Farben. Mit neuen Plots und Charakteren, neuen Dramen und Szenen, neuen Bewegungen oder Materialien.
Und weil jedes kreative Projekt und jeder kreative Prozess einzigartig ist, sind auch die Arbeitsweisen, die zu dir und deinem Prozess passen, einzigartig. Es gibt diese Arbeitsweise noch nicht. Weil es dieses Projekt noch nie gab. Du kannst sie nicht wie ein Installateur oder Herzchirurg von erfahrenen Kollegen übernehmen. Klar haben sie vielleicht Tipps für dich – aber letztendlich musst du selbst herausfinden, wie du am besten arbeiten kannst. Welcher Weg zu deinem einzigartigen Ziel führt.
Würden wir etwas machen, das vor uns schon genau so gemacht wurde – klar, dann könnten wir von unseren Vorgängern lernen. Dann hätten Regeln Sinn. Aber dann wären wir auch nicht kreativ. Dann wären wir Handwerker. Kreative Arbeit ist kein Handwerk. Auch wenn sie manchmal Ähnlichkeiten damit aufweisen mag. Denn:

Das Ziel der kreativen Arbeit ist ein ganz ANDERES. Ein Handwerker weiß, welches Resultat am Ende seines Arbeitsprozesses auf dem Tisch liegen soll. Als Kreative aber dürfen wir genau das nicht wissen. Natürlich haben wir immer wieder Vorstellungen im Kopf. Aber diese dürfen wir nicht festmachen. Wir müssen uns trauen, mit den Ideen weiter zu jonglieren, sie offen zu halten, müssen uns bewegen und überraschen lassen, damit die Geschichte oder das Kunstwerk sich finden und entfalten kann. Eric Maisel sagt über kreative Arbeit:
„Work is happening underneath, in this place of inner quiet (which is also a wild place), but work is not happening independently of you. You are holding it: giving it space, giving it a container, offering it life“. (Eric Maisel „Fearless Creating“, 1995, Tarcher Putnam)
Kreativität braucht Raum ohne Regeln Die Kreative Arbeit stellt uns auch vor andere Aufgaben. Während der Tischler seinen Stuhl auf der Werkbank entstehen lässt, entsteht ein kreatives Projekt – auch wenn es ein Gemälde oder eine Skulptur ist – immer erst in uns. Wir schaffen in uns Raum für Neues. Dafür müssen wir unsere Gedanken gleichzeitig öffnen und beruhigen. Wir müssen uns vor Ablenkung schützen, ohne uns auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren. Müssen offen für alle Gedanken sein, die wir für das Weiterentwickeln unserer Idee brauchen, aber gleichzeitig verhindern, dass wir unseren Weg zu früh zementieren. Mit Klischees spielen, aber ihnen nicht blind verfallen. In alle Richtungen denken und doch der einen Spur folgen.

Wir geben der Kreativität Raum – so einfach dieser Gedanke klingt, so schwer ist er auszuführen. Nichts scheint in unserer auf Produktivität und Erfolg getrimmten Welt schwerer zu sein. Denn wer sich wirklich auf den kreativen Prozess einlässt, der weiß weder, ob am Ende ein Produkt stehen wird, noch ob es Erfolg haben wird. Darum fühlt sich der Weg oft an wie ein Weg durch den Dschungel, durch Nebel und Gestrüpp, durch Treibsand oder Feuerstürme. Aber das genau ist ja auch, was ihn so unglaublich aufregend macht!

Und dann noch dies: Weil wir Kreative sind, können wir kreativ und frei denken. Wir folgen nicht blind irgendwelchen Traditionen. Vor allem, wenn diese sich nicht bewährt haben. Denn es gibt in der Kunst keine gültigen Regeln. Jede angebliche Regel wurde schon mit wunderbarem Resultat gebrochen: Autoren haben Sätze mit “und” angefangen und Romane mit seitenlangen öden Beschreibungen begonnen. Maler haben die Perspektive gebrochen und Farben kombiniert, die in keinem Farbkreis vorkommen. Modemacher haben bewiesen, dass grün und grün sich nicht beißt und Falten, Löcher und schlampige Nähte ihren Reiz haben können. Hella Jongerius hat Porzellan mit Dellen auf den Markt gebracht und Jeff Kohns Kitsch in Kohle verwandelt.
Nichts, was dir je jemand über Kunst gesagt hat, stimmt.
Nichts, was dir je jemand über Kreativität gesagt hat, stimmt. Auch diese Ode stimmt nur für mich und nur heute. Du wirst dir deine eigene schreiben müssen. Die Regeln für deine kreative Arbeit und dein kreatives Leben kannst du dir nur selber machen. Oder es bleibenlassen.
Autorin beim Brainstorm.
Denn statt Regeln suche ich jetzt Routinen. Desto besser ich meine kreativen Prozesse kenne, desto besser weiß ich, wie ich in mir jenen kreativen Raum schaffen kann. Ich weiß, dass ich mit mehr Energie arbeite, wenn ich meinen Tag körperlich beginne. Tanzen oder wandern, bei Wind und Wetter raus. Ich mache mir Mut mit Affirmationen, weniger mit Worten, als mit Gebärden, weil ich die besser spüren kann. Ich mache regelmäßig Pausen, aber nicht wenn ich im Flow bin. Ich versuche jeden Tag zu arbeiten, aber noch wichtiger finde ich jeden Tag Spaß zu haben. Ich checke regelmäßig, ob ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht schreibe. Wenn nicht, lege ich eine Pause ein – außer, wenn ich Tränen auf meinen Wangen spüre, dann lege ich mir den Arm um die Schultern und schreibe weiter.
Wenn ich Ängste oder Unsicherheiten spüre, wehre ich sie nicht mehr ab. Ich habe gelernt, dass sie mir von mir erzählen: Es sind Fragen an mich. Diesen Fragen kann ich folgen – und finde neue Energien. Diese sind oft anders als erwartet. Dann mag ein Drama sich als Komödie entpuppen oder andersrum. Und spür ich wie mein ganzer Leib die Worte formt, nicht nur mein Kopf. Diese Energie fragt nicht nach der Zukunft. Redet nicht über über Verlage oder Verkaufszahlen. Sie entspringt meinem hungrigen Herzen und hat nur Gutes mit mir vor. Es ist eine Energie, die sich neugierig und mit Verlangen auf den Weg ins Ungewisse traut. Weil sie keine Angst hat. Sie hat keine Angst, weil es nichts zu verlieren gibt. Nur sehr viel zu gewinnen.

Ode 2: An die kreative Zeit -Rechnung

1.Wann arbeiten Kreative eigentlich? Und kann man das Arbeit nennen?

Zählt “auf der Wiese liegen” zu meiner Arbeit? Und was ist Arbeit überhaupt? Wie funktioniert die kreative Zeit?
Diese Fragen beschäftigen mich regelmäßig. Zum Beispiel wenn ich im Garten sitze und – scheinbar – den Blumen beim Wachsen zuschaue, während andere in Büros den Achtstundentag leben. Oder wenn in der Schule wieder einmal eine Mutter zum Helfen gebraucht wird und man sofort an mich denkt. Denn ich habe ja immer Zeit.
Gleichzeitig habe ich nie Zeit. Bin irgendwie immer am Arbeiten. Gehe mit Ideen schwanger, brüte Ideen aus, trage sie im Hinterkopf mit mir herum. Wann hab ich eigentlich Feierabend? Und gibt es das überhaupt: Frei von kreativ?
Künstlerin liegt auf der Wiese und denkt über die Zeitnach

Wie lange dauert eine Idee?

Manchmal dauert eine Minute sehr lang. Dann kann ich ein ganzes Buchkonzept in einer einzige Minute entwickeln. An anderen Tagen fliegen die Stunden nur so vorbei. (Und ich hab erst 107 Wörter geschrieben. Das kann nicht sein. Ist die Uhr kaputt?)
Im Flow spielt Zeit keine Rolle. Er spielt sich in einem Vakuum ab, in dem man nicht an so banale Dinge wie Minuten oder Stunden gebunden ist. In dem man schwerelos ist und das Gefühl für Raum und Zeit, für hier und jetzt, für du sollst aber und du müsstest doch, verliert. Zum Glück: Nur so ist Kreativität möglich.

Flow ist cool und schmeckt nach mehr und klingt nach Spiel. Das ist schön, aber kann auch dazu führen, dass wir Kreative Arbeit nicht genug wertschätzen. Denn, wenn wir nur spielen, dann ist das doch gar nicht wirklich Arbeit?

Die Vorstellung hält sich allerhartnäckigst, auch in den Köpfen derer, die tagtäglich kreativ sind: Dass Arbeit, die Spaß macht, keine Arbeit ist. Sondern ein Hobby. (“Also wirklich, kann man das Arbeit nennen?”). Und es gibt eben ein paar Leute, die das Glück haben, mit ihrem Hobby Geld zu verdienen (“Und Picasso hat einfach nur ein bisschen rumgekritzelt und jetzt kosten die Bilder MILLIONEN!!!!”).

Hallo: Können wir diesen Irrtum bitte ein und für allemal aus unseren kreativen Köpfen jagen?

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Hat schon Karl Valentin gesagt. Und genau so ist es: Kunst ist sehr viel Arbeit. Nur selten schreibt ein Autor seinen Roman in einem tranceartigen Spielzustand. Ja, Flow gehört dazu – das sind die großen Glücksmomente, in denen alles fließt. Aber auch dazu gehören alle jene Momente, in denen die Kreative von Zweifeln geplagt heulend in der Ecke sitzt. Oder das Manuskript zum fünften Mal überarbeitet, weil der Plot immer noch nicht ganz stimmt. Dazu gehören auch die Momente, in denen die Kreative sich mit Kollegen austauscht, Worten nachspürt, recherchiert oder experimentiert. Vor allem aber gehören dazu: die gestrichenen Seiten, die schlaflosen Nächte, die übermalten Leinwände, die unveröffentlichen Manuskripte, die von Kritikern zerrissenen Ausstellungen oder Romane, die Diskussionen mit Lektoren und Galeristen, die Momente, in denen man aufgeben, alles hinschmeißen und sich einen normalen Beruf suchen will – und es dann doch nicht tut. Denn was vor allem dazu gehört ist Mut. Der Mut, weiterzumachen. Auch wenn von den Verlagen nur Absagen kommen. Weiter machen! Auch wenn bei der Ausstellung wieder keiner was gekauft hat. Weitermachen!

Dazu gehört auch der Mut, zu schreiben, was dem Markt nicht behagt, zu malen, was nicht gefällig ist, zu veröffentlichen, was nicht zeitgemäß ist.
Und vor allem jener Mut: Der Mut, sich lächerlich zu machen. Der Mut, von anderen belächelt zu werden. Der Mut als gescheiterte Existenz zu gelten, weil man das nicht hat, was in dieser Welt als Erfolg betrachtet wird.

Und noch ein Irrtum: dass Mut vom Himmel fallen würde.
Mut ist sehr viel Arbeit. Mut machen wir. Mut sprechen wir uns selbst zu. Mut suchen wir, indem wir Routinen folgen, die uns beim Schreiben helfen, die uns täglich wieder an die Staffelei, an den Schneidetisch, ins Atelier, auf die Bühne helfen. Mut suchen wir, indem wir uns mit Menschen umgeben, die uns ermutigen. Mut suchen wir, indem wir uns vor dem Abschließen, was uns kränkt, schwächt oder mit den falschen Zweifeln auflädt.
Mit dieser Mut-Arbeit schaffen wir die Voraussetzungen für unsere kreative Arbeit. So wie der Bäcker seinen Ofen unterhält oder der Steuerberater sich regelmäßig in die neuen Gesetzgebungen einarbeitet, so unterhalten wir unseren Kreativen Mut. Das ist unsere Arbeit. Und also ist Mutmachen und alles was sonst noch dafür sorgt, dass wir unsere Arbeit machen können, Arbeitszeit.
Und manchmal macht unsere Arbeit einfach nur Spaß. Dann können wir uns ganz besonders darüber freuen, wenn wir diesen Spaß bezahlt bekommen. Nach all der anstrengenden Mutarbeit haben wir das nämlich mehr als verdient.

2. Wieviel kosten zwei Minuten? Läuft die kreative Zeit langsamer? Oder schneller?

Kurze Zwischenfrage:
Welche Zeit zählt bei Kreativen zur Arbeit?

Oft brauche ich nur zwei Minuten um eine Zeichnung zu machen. Hin und wieder verkrampft sich mein Gehirn bei dem Gedanken: Soll ich sie deshalb mit einem Dreißigstel meines Stundensatzes berechnen? Natürlich nicht. Denn dass ich sie so schnell machen kann, liegt an der Vorbereitung. Einerseits meiner jahrelangen Übung (tägliches Zeichnen, Experimentieren und kritisches Nörgeln am eigenen Werk), wodurch ich jetzt genau weiß, was ich will und extrem schnell arbeiten kann. Andererseits die innerliche Vorbereitung auf diese spezielle Zeichnung- denn bevor ich mich ans Zeichnen mache, spiele ich im Kopf meist schon ein paar Tage lose mit dem Thema. Entwickle Ideen, verwerfe sie, schiebe vage Bilder oder Worte im Kopf hin und her.

Es gibt noch einen wichtigeren Grund meine Zeit anders zu berechnen: Das schnelle Arbeiten verlangt eine immense Konzentration. Es ist eine Bewegung, die im Unterbewusstsein angefangen und mit maximaler Konzentration auf den Punkt gebracht wird. Ich kann nicht 30 solcher Zeichnungen am Tag machen. Manchmal kann ich eine Stunde intensiv zeichnen, mehrere Zeichnungen einer Serie machen und ja es gibt auch Tage, an denen ich bis zur Erschöpfung weitermache, weil ich so unglaublich im Flow bin. Aber danach brauche ich Erholung. Manchmal ein paar Stunden, manchmal – nach so einer intensiven Flowphase – auch Tage. In denen ich wie ein Zombie vollkommen leergesogen über die Wiese wander (die Wiese spielt eine große Rolle in meinem Leben:
Die Wiese hinter unserem Haus, mein Naherholungsort).
Ich verbringe viel Zeit auf dieser Wiese

Und deshalb also kann eine Zeichnung, die in 2 Minuten auf dem Papier erscheint, trotzdem viel kosten. Wieviel, das kann ich nicht allein mit der Uhr messen. Mein Herz muss ich auch befragen. Denn das weiß am besten, was es mich gekostet hat, diese Zeichnung zu machen. Wieviel Herzblut ist eingeflossen? Wieviele schlaflosen Nächte? Wieviel Fragen habe ich mir gestellt, um zu dieser Aussage zu kommen? Wieviel für andere unsichtbare Arbeit musste ich erst erledigen, um diese Striche so setzen zu können?

Noch so eine Zeit-Frage: Zähle ich jede Dusche als Arbeitszeit, oder nur die eine, bei der mir der geniale Geistesblitz kam?

3. Frühe Reife und späte Blüte

Wer kreativ sein will, braucht Zeit. So einfach ist das. Wenn du neben einer 40-Stunden-Woche in einem anderen Beruf noch kreativ sein willst, oder wenn du Kinder hast, dann hast du vielleicht manchmal das Gefühl, das kreativ sein unmöglich ist. Was feht sind nicht nur Stunden an sich, sondern solche Stunden, in denen du dich gehen lassen kannst. Kreative Zeit. Zeit für kreativ. In denen du den kreativen Prozess wirklich offen angehen kannst, ohne die Kinder oder die Abholzeiten bei der Kita im Hinterkopf zu haben, ohne Termine oder Emails, ohne Sorgen auch. (Wer kleine Kinder hat und kreativ sein will, soll sich mal den Film “Lost in Living” anschauen).

Tropenjahre

In solchen Zeiten brauchst du Geduld und einen Zettelkasten. Kreativ kann man nicht abschalten. Ideen tauchen auch im Gewühl des Alltags auf. Sammel alles, auch wenn es nur einzelne Sätze oder Skizzen, ein paar Stichworte sind. Das kommt schon und im Hinterkopf entwickelt sich was. Arbeite in kleinem Maßstab, schraube deine Ansprüche eine Weile runter, folge dem Spaß und verschiebe das Ausarbeiten und Überarbeiten auf später.

Im Laufe der Zeit haben sich ganz schön viele Ideen angesammelt.Und das hier ist mein Zettelkasten – gesammelt in Tropenjahren mit erkälteten Kindern, schlaflosen Nächten, Schul-Dramen, verzweifelten Teenagern…:
In diesen 18 Schubladen habe ich Ideen für mindestens zwei Leben gesammelt.

Aber auch jetzt, wo die Kinder größer sind und ich mehr Zeit habe, kann mich das Gefühl der Zeitnot befallen. Wie soll ich all meine Ideen in nur einem Leben verwirklichen?
(Dieses Gefühl, zu wenig Zeit zu haben, hat meine Tochter übrigens schon ausgesprochen, als sie noch ganz klein war – auch Siebenjährige können schon das Gefühl haben, keine Zeit für all ihre Projekte zu haben. Muss ich in die Schule? Die Schule kostet so viel Zeit – ich hab so viel zu tun. So werde ich nie fertig mit meinen Projekten!!!!)

In solchen Tropenzeiten hilft nur eins: Nicht so viel zweifeln. Nicht zu perfektionistisch sein. Die wichtigsten Ideen, die am allerdollsten unter den Nägeln brennen als allererstes machen. Und – wie meine Schwiegermutter sagte: Es gibt so viel Wichtigeres als den Haushalt. Streiche alles, was dir die Zeit für das Herzwichtige raubt!

Mythos Deadline

Autorin hat die Zeit im NackenAuch wenn Kreativität manchmal im Anblick einer Deadline so richtig in Fahrt kommt -im Allgemeinen lässt sich der kreative Prozess nicht verschnellen oder bremsen. Wenn eine Deadline hilft, dann war der Prozess innerlich schon abgeschlossen, der innere Schweinehund oder die durch Zweifel blockierte Autorin hat nur nicht geschafft, das Werk aufs Papier zu bringen.

Wenn der Prozess noch nicht so weit ist, hilft Zeitdruck –jeglicher Druck- nicht. Wer kennt das nicht: Man sitzt, verkrampft und gehetzt stundenlang am Monitor – kommt keinen Millimeter vorwärts. Wenn man dann endlich – freiwillig oder durch die Familie gezwungen – etwas ganz anderes macht, kann der Hinterkopf entspannen und der Prozess sich entfalten. Dann kommt die Idee schon mal, wenn man in der Umkleidekabine des Schwimmbads auf das Kind wartet oder beim Spülen, Backen oder Duschen. Aber auch das nicht zwingend: Ich kann nicht davon ausgehen, die geniale Eingebung zu bekommen, wenn ich mehr dusche, spüle oder backe. Was sehr schade ist.

Lebenszeit und Auferstehung

Auch die Lebenszeit wird von Kreativen anders gemessen. Sie haben oft schon in jungem Alter den Drive etwas zu schaffen – unterscheiden sich dadurch von Altersgenossen, die noch ohne innere Motivation durchs Leben gehen. Die Gleichaltrigen haben oft auch wenig Verständnis dafür, wenn man lieber am eigenen Roman arbeitet oder neue Rezepte ausprobiert, statt in die Disco zu gehen oder mit den anderen abzuhängen.
Kreativität geht auch nicht in Rente. Viele Kreative schaffen bis ins hohe Alter, manche sogar ihre besten Werke. Willem de Koning, Gerhard Richter, Astrid Lindgren um nur ein paar zu nennen…

Die meisten Kreativen können auch zwischen Jugend und Rente nicht mit einem ordentlichen Lebenslauf dienen. Ja, kann sein, dass der erste große Roman schon mit 17 fertiggestellt wird. Vielleicht braucht er aber auch 30 Jahre um zu reifen. Oder es kommt alle 15 Jahre einer. Oder jedes Jahr einer, drei Jahre lang, und dann ist erst mal Pause.

Unsere kreativen Leben in Vorstellungen von einem normalen Lebenslauf pressen zu wollen, hat keinen Zweck. Das frustriert nur. Auch kreative Höhepunkte sind objektiv nicht messbar. Es kommt vor, dass ein Autor seinen nie veröffentlichten Roman – den außer ihm niemand zu begreifen scheint – als sein Meisterwerk erfährt, während er seinen Bestseller oberflächlich und antiquiert findet. Der Quantensprung, den er in seiner eigenen kreativen Welt gemacht hat, der für ihn selbst wesentlich ist, braucht von der Umgebung nicht begriffen oder wahrgenommen zu werden. Dazu mehr, wenn wir uns mit Werten beschäftigen.

Nur eines noch, zum Abschluss: Was es wert ist, das wir unsere Lebenszeit an es weiden, das können wir nur selbst entscheiden. Und bei dieser Entscheidung helfen uns weder unsere Kontoauszüge, noch die Übersicht der Rentenkasse wirklich weiter.

Auch hier ist wieder Herz gefragt und zwar nicht irgendeins, sondern dieses eine, das du in dir fühlst, das mal lauter und mal leiser pocht und sich manchmal vor Begeisterung überschlägt. Worte wie “lang” und “kurz”, oder “früh” und “spät” haben in jedem Leben andere Bedeutung. Wir kommen also nicht drumrum, für die Phasen und Errungenschaften, die Blüten und Reifezeiten unseres Lebens ganz eigene Begriffe zu finden. Das sollte nicht schwer sein – das ist doch schließlich unsere Arbeit. Und außerdem: In der kreativen Welt ist alles möglich. Da kann die Reife vor der Blüte kommen. Die Geburt nach dem Tod. Und die Auferstehung jeden morgen um halb acht.

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In welcher Phase befindest du dich gerade? Im Dschungel der Zeitnot oder im Tal der Gelassenheit? Wofür nimmst du dir Zeit? Wieviel Zeit gönnst du deinen kreativen Ideen? Und was würdest du tun, wenn du alle Zeit der Welt hättest?

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Ode 1: An die kreative Ordnung

O holde Ordnung meines kreativen Hirns,
die du in nichts der Ordnung Anderer gleichst.
Ich bin so ganz und gar betört von deinem Charme,
Aus Zettelbergen, Kaffeerändern und Gekritzel.
Der Tisch beugt sanft geduldig sich der Last,
Noch schimmert Holz an manchen Stellen durchs Papier,
Erinnert mich daran: Dort, da und hier
ist Platz für mehr.

(von Goethe, vielleicht)

Die Essenz von Kreativität ist Ordnung. Nur eben eine andere.

Denn das ist doch unsere Aufgabe, als KünstlerInnen oder Kreative: Altbekanntes neu zu ordnen. Unsere authentischen Erfahrungen und Gedanken authentisch auszudrücken. Sie in genau den Farben, Formen oder Worten zu fassen, die ihr entsprechen. Nicht zum Klischee zu greifen. Uns nicht mit abgegriffenen Floskeln zufrieden zu geben. Sondern so lange zu suchen, bis wir sie gefunden haben: Die Ordnung, die zu unserem Roman passt, zu unseren Vorstellungen. Die Ordnung, die unsere Fragen beantwortet und unsere Suche befriedigt.
Wir schaffen eine neue Ordnung für unsere Erfahrungen, statt unsere Erfahrungen der bestehenden Ordnung unter-zu-ordnen.

Von jung an hab ich mich mit meiner Umgebung, vor allem mit Lehrern, über Ordnung streiten müssen. In der Grundschule war ich den Kommentaren der Erwachsenen noch hilflos ausgeliefert. Meine Hefte waren zu zerknittert, meine Handschrift zu unregelmäßig, die Backsteinmauer, die wir im Kunstunterricht malen sollten, nicht gerade genug – und ich hatte noch keine Ahnung von Kreativität. Konnte den Urteilen und Ansprüchen nichts entgegenhalten.

Malerin vor Leinwand Comic

Ein paar Jahre später trat ich den Kampf gegen die fremden Ordnungsvorstellung wohlgerüstet an. Bis an die Zahnspange bewaffnet mit Brecht- oder Rilke-Zitaten (sogar Goethe wusste ich so zu verdrehen, dass er mir beistand), ließ ich mich nicht mehr ganz so beirren, aber richtig sicher war ich meiner Sache trotzdem nicht. Daheim am Schreibtisch oder an der Staffelei schlug ich mir selbst genau die Vorwürfe um die Ohren, die ich morgens noch so bravourös abgeschmettert hatte. “Schon wieder ein Tintenfleck – so kannst du nie Zeichnerin werden”. “Was für ein Geschmiere”. Mit Erfolg, ich wusste mir selbst regelmäßig sehr effektiv den kreativen Atem abzuschnüren.

Zwei Ordnungstypen: Hefter und Stapler

Wie sehr ich mir mit diesen von anderen übernommenen Ordnungsvorstellungen selber schadete, begriff ich erst so richtig, als ich über eine Studie las, die am Massachusetts Institute of Technology durchgeführt wurde (hier im Economistist ist noch darüber zu lesen). Bei dieser Studie wurde zwischen “filern” und “pilern” unterschieden. Also zwischen den Menschen, die Dokumente und Notizen in Ordnern abheften und jenen, die Schriftstücke in Stapeln auf dem Schreibtisch anordnen. Zunächst fanden die Forscher heraus, dass die Stapler nicht einfach ein zufälliges Chaos auf dem Schreibtisch verursachen, (wie von den Abheftern oft vermutet wurde), sondern das ein System hinter der Anordnung steckt:

“When pilers get it, they leave it on the desk—not randomly, but in concentric circles. There is a “hot” area, of stuff that the worker is dealing with right now. There is a “warm” area, of stuff that needs to be got through in the next few days: it may be there, in part, as a prompt. And there is a “cold” area, at the edges of the desk, of stuff which could just as well be in an archive (or, often, the bin)” Economist.com.

Die vermeintliche Unordnung ist in Wirklichkeit ein Abbild des Denkens jener Menschen.

Die Forscher machten gleich noch eine weitere erstaundliche Feststellung: Stapler finden sich in ihrer Ordnung besser zurecht als Abhefter. Sie können ein bestimmtes Dokument SCHNELLER aus dem Stapelchaos heraussuchen als jene, die ihre Schriftstücke in Mappen abgeheftet haben.

Dieses Ergebnis sollten wir Stapler uns langsam auf der Zunge zergehen lassen: Unsere persönliche Ordnung, die visuell unser Denken repräsentiert, ist effektiver, als eine, die zu anerkennten Abheftmethoden greift. (Eigentlich logisch, wieso brauchte ich so lange um das zu begreifen?).

Logisch ist es, denn wenn eine Ordnung mit persönlicher Bedeutsamkeit aufgeladen ist und mein Denken repräsentiert, dann brauche ich sie mir nicht umständlich zu merken. Ich brauche nicht darüber nachzudenken, wie ich Rubriken verschlagworte. Ob Kategorien ausschließend sind. Wie ich sie auch wieder genannt habe. Und was ich mit all den Zetteln mache, die in keine oder in mehrere Kategorien passen.

Nichts gegen Kategorien, Hängemappen, Outliner. Wenn du damit glücklich bist, tobe dich aus. Aber wenn nicht – wenn deine persönliche Ordnung, das innere deines Kopfes, deines Herzens nicht so aussieht:

Tisch mit Papierstapeln Illustration

sondern so:

Bild Hängemappen

dann kannst du dich jetzt beruhigt an deinem vollgestapeltem Schreibtisch zurücklehnen: Deine Ordnung ist OK.

Noch eins haben die Forscher des MIT als Ergebnis festgehalten: Dass Manager sich damit zurückhalten sollten, ihren Mitarbeitern bestimmte Ordnungsweisen vorzuschreiben. Denn sie greifen damit ins Denken ihrer Mitarbeiter ein.

Diese Schlussfolgerung lässt sich locker verallgemeinern: Niemandem sollten wir Ordnungsvorstellungen überstülpen, vor allem uns selbst nicht. Sondern unsere eigene Ordnung mit Respekt untersuchen. Sie nicht in Mappen zwängen, in denen sie sich nicht entfalten kann. Ihr Raum gewähren und uns neugierig auf die Spuren unseres Denkens machen.

Denn Kreativität ist Ordnung – nur eben eine andere. Eine einzigartige und wunderbare. Eine neue und orginelle. Eine kreative Ordnung.

Lebe sie hoch!

[box type=”shadow”]Bist du Stapler oder Hefter? Hast du manchmal Schuldgefühle, weil du nicht auf die “richtige” Weise ordentlich zu sein scheint? Und hast du Ordnungstipps, die auch für Stapler geeignet sind? Ich freu mich über Tipps![/box]

Ode Null und die Zettelwirtschaft

Zettelwirtschaft auf dem SchreibtischIch schreibe dies im ICE an einem Zweiersitz mit einem kleinen Ausklapptischchen. Gerade habe ich eine Mappe mit losen Zetteln aus meinem Rucksack geholt – lauter Gedankenfetzen, Notizen, Skizzen, die ich in den letzten Jahren angesammelt habe. Auf dem Tischchen, das nicht größer als ein A4-Blatt ist, versuche ich Ordnung in meine Notizen zu bringen. Zwischen den Fingern meiner rechten Hand kann ich vier Kategorien festhalten, eine auf dem Schoß und eine im Mund – das reicht nicht. Immer wieder fallen Zettel zu Boden.
Viele Jahre habe ich mir gewünscht, eine Frau zu sein, die ihre Gedankenfetzen ordentlich geoutlined in einem Schreibprogramm festhält. Doch obwohl ich mit dem wunderbarsten aller Schreibprogramme arbeite (Thank you Scrivener), spielt sich das Herz meiner Arbeit in Form einer grandiosen Zettelwirtschaft ab. Wenn die Gedanken in Scrivener landen, sind sie gereift und bereit zur Niederschrift. Daran gehen oft Jahre des Sammelns und Sortierens vorab.
Wie viele Mappen habe ich nicht gekauft. Sogar einmal ein Hängemappenteil, das mir obergenial erschien. Doch es nützt alles nichts: Sobald meine Gedanken platt in Mappen verschwinden, kann ich sie nicht mehr sehen und nicht mehr anfassen. Damit verschwinden sie auch aus meinem Kopf.
Illustration Zettelwirtschaft

Um meine Gedanken sortieren zu können muss ich sie sehen. Und zwar nicht nacheinander – dann könnte ich sie alphabetisch oder chronologisch in Ordnern abheften – sondern gleichzeitig. Ich muss die – oft Hunderten von Zettelchen – auf einen Blick erfassen, intuitive hin und her schieben und stapeln können. Und obwohl ich drei Schreibtische in meinem Zimmer habe, ist jeder davon zu klein – meine beste Arbeit mache ich auf dem Fußboden oder auf einem großen Sofa. Manchmal auch im ICE.
Früher war mir das peinlich. Inzwischen macht es mir Spaß, die verwunderten Blicke der Mitreisenden zu sehen. Manche sprechen mich an. Und ich hoffe, dass der eine oder andere sich von mir anstecken lässt, sich auf der nächsten Reise traut, der eigenen Arbeitsweise Raum zu geben.

Wenn du das Wort “Zettelwirtschaft” hörst – hat es für dich einen positiven oder negativen Beiklang?

Sei nicht unordentlichViele Eigenschaften, die zur Kreativität gehören, wie der Pinsel zur Farbe und die Wörter zum Roman, sind negativ besetzt. Schon kleine Kinder lernen, ihre eigene Ordnung zu unterdrücken, sich für ihre Langsamkeit oder ihre Ungeduld zu schämen und ihren Wahrnehmungen zu misstrauen. Zeit für einen kreativen Befreiungsschlag. Wir müssen uns die negativ definierten Eigenschaften zurückerobern. Ihre positiven und wichtigen Aspekte erkennen und neu definieren. Die Zettelwirtschaft könnte zum Beispiel zur “Zettelkunst” erhöht werden. (Obwohl die “Wirtschaft” ja durchaus auch schon sehr professionell klingt).

Kreativ ist anders und anders ist cool.Und wenn wir uns nicht trauen, so zu arbeiten, wie es zu uns passt, verkümmert nicht nur unsere Kreativität, sondern auch unser Herz.

Das Wort “arbeiten” an sich, muss übrigens auch neu definiert werden. Dazu später mehr, vermutlich in Ode 4. Falls ich meine Zettel nicht noch umsortiere.

Sieben Schreibtische – an der Wand

Wer mich schon länger kennt, hat mich bestimmt schon mal davon träumen hören: Ich hätte – wie Kierkegaard? Oder war es ein anderer Denker? – gerne sieben Schreibtische in meinem Arbeitszimmer. Weil ich immer an sieben Projekten gleichzeitig arbeite. Und es wäre einfach fantastisch, wenn ich nicht immer alles vom Schreibtisch räumen müsste, wenn ich meinen Fokus auf ein anderes Projekt richte.

Aber Platz für sieben Tische hab ich nun mal nicht. Drei sind es jetzt und auf einem habe ich mehrere Bretter übereinander. Viel Platz brauche ich nämlich vor allem zum Planen meiner Bücher. Bei den Romanen entwickel ich den Plot und die Story, indem ich ganz viele Post-it-Klebezettel beschrifte und dann hin und herschiebe, bis ich zufrieden bin. Bei den Sachbüchern geht es ähnlich, nur dass es nicht die Handlung ist, die ich so entwickel, sondern den Aufbau der einzelnen Kapitel.

Wie so oft habe ich viel zu lange gewartet, mir diesen Teil meiner Arbeit leichter zu machen. Schon lange schwebt mir der Gedanke im Kopf, ich könnte vielleicht große Whiteboard aufhängen, auf denen die Post-its dann gut im Blick wären. Aber ich hab den Gedanken nicht weiterverfolgt, in der Erwartung dass solche Riesentafeln auch riesig teuer sein würden. Endlich hab ich mich jetzt mal nach Preisen erkundigt, und überrascht festgestellt, dass ich mir das durchaus leisten kann. Jetzt warte ich auf ein riesiges Paket mit einem 1,80m breiten Whiteboard. Darauf kann ich zwei Bücher gleichzeitig plotten. Eigentlich also zwei Schreibtische in einem. Bin ich schon bei fünf.

Obs funktioniert, das an der Wand plotten? Ich halt euch auf dem Laufenden.